Musik darf nicht wertlos sein. Beispiel Wien

Musik darf nicht wertlos sein.

Straßenmusiker sollen in Stationen der Wiener U-Bahn ab Juli im Auftrag der Wiener Linien auftreten, um die gefühlte Sicherheit der Fahrgäste zu erhöhen. So wird es ganz offiziell kommuniziert, es geht nicht um eine Form von Kulturförderung, sondern um eine Maßnahme zur Hebung von Wohlbe- und Sicherheitsempfinden der Kundinnen und Kunden der Wiener Linien. Soweit eine gute Sache, in vielen anderen europäischen Städten ist Livemusik in U-Bahnhöfen ganz selbstverständlich, während dies in Wien bislang eine rechtliche Grauzone war. Die genauen Konditionen sind hingegen gar keine gute Sache: in einem Casting sollen „die besten“ („..denn bei uns dürfen nur die Besten spielen…“) Kandidatinnen und Kandidaten ermittelt werden, die dann für die Wiener Linien in definierten Zeitfenstern auftreten dürfen. Sie erhalten dafür ein Honorar von EUR 0,- (null). Als ob es nicht unverschämt genug wäre, wenn ein Unternehmen eine Dienstleistung zum Nulltarif einfordert, sollen die glücklichen „Gewinner“ den Wiener Linien aber auch noch die Rechte an Name, Gesicht und Musik zur weiteren Verwendung überlassen, ebenfalls kostenlos. Die Wiener Linien erhalten also zusätzlich zur kostenlosen eigentlichen Dienstleistung auch den Werbewert – ohne jede Gegenleistung. Es wirkt wie eine Verhöhnung, dass erfolgreiche Bewerberinnen und Bewerber zudem eine „Bearbeitungsgebühr“ von symbolischen EUR 10,- zu entrichten haben. Weiters ist den Teilnahmebedingungen zu entnehmen, dass weder für die Unversehrtheit der Musikerinnen und Musiker, noch für deren Instrumente und Equipment Haftung übernommen wird.

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